Blended Learning: Effiziente Integration Präsenz & Online

Die Mischung macht es: Blended Learning, die Kombination von Präsenzseminaren und Online-Lernen wird immer populärer. Denn die didaktisch sinnvolle Verbindung von verschiedenen Lernformen sorgt für höhere Effektivität und Flexibilität. Gleichzeitig wird die so wichtige persönliche Begegnung zwischen Seminarteilnehmern und Referenten nicht vernachlässigt.Hinter dem Begriff Blended Learning verbergen sich Konzepte für die effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining. Da es verschiedenen Formate von Online-Lernen gibt und auch die Gewichtung zwischen Online und Präsenz variiert, können im Blended Learning ganz unterschiedliche Seminarkonzepte entstehen. Wichtig ist die enge Verzahnung beider Bestandteile.

Wie Blended Learning bei der Deutschen StiftungsAkademie umgesetzt wird, erläuterte Infoport-Geschäftsführerin Claudia Musekamp beim E-Learning Summit in Potsdam im Oktober 2017.

Blended Learning

Beispiele aus Kundenprojekten zu Blended Learning

  • Produktschulung
  • führungskräftetraining

Ein bundesweit tätiges Unternehmen veranstaltet für seine Vertriebskräfte regelmäßig mehrtägige Produktschulungen. Das Unternehmen wünscht sich mehr Flexiblität und eine nachhaltigere Wirkung, denn häufig “sitzen” die Produktinfos nach der Schulung noch nicht. Mit Infoport wird ein Konzept entwickelt, das Basisinfos in Live-Webinaren vermittelt, die durch kompakte E-Learning-Einheiten unterstützt werden.  Gut

Gut vorbereitet gehen die Teilnehmer dann in das Präsenzseminar, wo sie sich mit dem Referenten ausschliesslich auf die Vertriebsaspekte und das Einüben von Verkaufssituationen konzentrieren können. Blended Learning entlastet das Präsenzseminar von der Informationsflut und kann deswegen für gezieltes Training genutzt werden.

Für Führungskräfte eines Schulungsunternehmens entwickelt Infoport ein Blended-Learning-Konzept rund um Themen wie Motivation und Teambuildung. Im Mittelpunkt steht ein Präsenztag. Zur Vorbereitung bekommen die Teilnehmer in einem Webinar theoretischen Input und eine Beobachtungsaufgabe. Die Ergebnisse bringen sie in den Präsenztag mit, der genutzt wird um  Situationen aus dem Führungsalltag zu bearbeiten.

In einem Follow-Up-Webinar sechs Wochen nach der Präsenzveranstaltungen werten die Teilnehmer aus, wie sie die Einsichten aus dem Präsenzseminar im Führungsalltag umgesetzt haben.

Blended Online Learning

Auch die Kombination von verschiedenen Online-Lernformen als Blended Learning wird immer beliebter. Hier ein Beispiel:

Aus einem Zertifikats-Lehrgang zum Rechtsberater, der bisher ausschliesslich in Präsenz durchgeführt wurde, hat Infoport für einen Kunden das Konzept für einen Online-Lehrgang entwickelt. Dieser Lehrgang gibt dem Kunden die Möglichkeit, ganz neue Teilnehmergruppen zu erschliessen. Der Lehrgang dauert 10 Wochen und bereitet auf die Zertifikatsprüfung vor. Im Mittelpunkt des Lehrgangskonzept stehen Gruppenaufgaben, die die Teilnehmer auf der Basis vorhandenen Lehrgangsmaterials bearbeiten. Ein wöchentliches Live-Webinar mit ausgewählten Referenten gibt den Teilnehmer Gelegenheit für Austausch und Diskussion. Anhand von Quiz und Probeklausuren wird sichergestellt, dass das Lehrgangsziel erreicht wird. Blended Learning heisst hier die Vielfalt der Online-Tools zu nutzen.

Blended Learning

Für einen Kunden aus der Entwicklungszusammenarbeit hat Infoport einen MOOC, Massive Open Online Course entwickelt. Bei diesem Kurs mit 1000 Teilnehmern werden verschiedene Lernformen kombiniert. Blended Learning heisst hier die Kombination von regelmäßigen Live-Vorträgen, Studienmaterial und Webbased Training zum Wissenserwerb und Gruppenprojekten zur Anwendung des Gelernten.

Häufig falsch gemacht beim Blended Learning

Bei der Entwicklung von Blended Learning ist es wichtig, die verschiedenen Lernformen miteinander zu verbinden. Die am häufigsten gemachten Fehler bei Blended Learning sind:

Mangelnde Abstimmung

Inhalte von Präsenzseminar und E-Learning-Angebot sind nicht aufeinander abgestimmt. Nicht alle relevanten Personen sind in das Blended Learning einbezogen.

​Nicht optimaler Einsatz

Jeder Baustein wird nicht optimal eingesetzt. Zum Beispiel werden die Präsenzseminare genutzt, um Infos zu vermitteln, statt hier Training und Übung in den Vordergrund zu stellen.

Fehlende Schulung

Trainer und Referenten werden nicht ausreichend in Didaktik, Technik und Organisation von digitalem Lernen geschult, um Blended Learning-Projekte sicher zu entwickeln.

Entwicklung von Blended Learning

Die Entwicklung von Blended Learning unterscheidet sich konzeptionell nicht wesentlich von der Planung von Präsenzschulungen. Allerdings kommt hier eine stärkere technische Komponente hinzu, für die Plattformen und Prozesse gewählt werden müssen. Hier die wesentlichen Schritte:

Schritt 1: Ziele und Umfang definieren

Zunächst werden Informationen über die Zielgruppe, den Umfang, die Inhalte und geschäftlichen Ziele für das geplante Schulungsszenario gesammelt. Auch die Rahmenbedingungen, die die Lernenden vorfinden, werden in dieser Phase ausgeforscht und festgehalten. Dann müssen die Lernziele bestimmt werden:

  • Was genau sollen die TeilnehmerInnen nach der Schulung können bzw. tun?
  • Wie viel Zeit ist dafür vorgesehen bzw. erforderlich?
  • Welches Budget steht zur Verfügung?
  • Welche Anpassungen in der Struktur des Unternehmens sind erforderlich, um Online-Lernen zu ermöglichen?

Die Antworten werden in einem Grobkonzept zusammengefasst.

Schritt 2: Lernmodule bestimmen

Auf dieser Basis werden Inhaltsblöcke definiert und in Lernmodule aufgeteilt. Dabei ist jedes Lernmodul in sich mit einem klaren Ziel abgeschlossen. Nun werden jedem Modul Methoden und Lernaktivitäten zugewiesen wie z.B.:

  • Lesen eines Skriptes
  • Bearbeiten eines Fallbeispiels
  • Sammeln von Informationen
  • Lösen eines Quiz
  • Diskussion
  • Bewertung von Lösungen eines Falls

Für jede dieser Methoden wird ermittelt, wie Lernende optimal unterstützt werden können z.B. durch Hilfetext, Tutoren, etc. In dieser Phase wird noch nicht festgelegt, ob das Modul online oder in Präsenz vermittelt wird.

Für alle Module sollte man ermitteln, was zu tun ist, um sicherzustellen, dass der Transfer in die Praxis auch funktioniert. Denn ohne Transfer hat gerade in Unternehmen Lernen keinen messbaren Nutzen.

Schritt 3: Lernmedien bestimmen

Im nächsten Schritt geht es darum, vorhandene Unterlagen und Dokumente zu sichten und zu zusammenzustellen. Das können sein:

  • Videos
  • Powerpoints
  • Checklisten
  • Anleitungen
  • Skripte

Die Liste wird ergänzt durch Materialien, die im Internet oder bei Partnern beschafft werden können. Alle gefundenen Unterlagen werden den Lernmodulen zugeordnet, für die Sie in Frage kommen. Dabei stellt sich meist schnell heraus, für welche Module noch keine oder unzureichende Materialien existieren. So kann dann bestimmt werden, welche Lernmedien noch entwickelt werden müssen.

Schritt 4: Die Lernmethode festlegen

Nun erst entscheidet sich, welche Lernmodule (oder Teile davon) in Präsenz und welche online vermittelt werden. Online lernen kann das Selbststudium mit einem Skript oder einem Video, aber auch die Diskussion in einem Live-Webinar oder in einem Online-Forum heissen. Für E-Learning gut geeignet ist:

  • Fakten, Regeln, Prozesse
  • Fallbeispiele
  • Prozesse oder Vorgänge, die in der Realität nicht beobachtet werden könen

Eingeschränkt eignen sich für E-Learning im Selbststudium:

  • Motorische Fähigkeiten
  • Social Skills
  • Sprachliche Fähigkeiten z.B. Aussprache (außer bei Live-Webinaren)

Sie erarbeiten damit eine Matrix, in der Inhalten, Methoden und Medien abgebildet sind.

Schritt 5: Kursentwicklung

Nun geht es endlich an die Entwicklung des geplanten Blended Learning. Nun werden alle notwendigen Unterlagen und Lernmedien in einen Ablauf gebracht. Dabei sind meist Ergänzungen oder Kürzungen notwendig, damit alles in die Lernmodule passt. Für Trainer und Tutoren wird ein Leitfaden geschrieben, der den genauen Ablauf, die Methoden und Übergänge zeigt. In angepasster Form hilft dieser Leitfaden auch den Teilnehmern den Überblick über den Ablauf und die gewünschten Aktivitäten zu behalten.

Schritt 6: Testlauf und Freigabe

Nach Ausarbeitung des Kurses empfiehlt es sich einen Testlauf mit ausgewählten Teilnehmern zu machen, um Feedback zu erhalten. Hier gewinnt man in der Regel wichtige Erkenntnisse für Anpassungen zugunsten eines reibungslosen Ablaufs. Anschliessend kann der Kurs freigegeben werden. Nach jedem Durchlauf sollte man sich die Zeit für Evaluation nehmen.

Infoport berät Sie gerne beim Aufbau eines Blended Learning-Angebots. Wir entwickeln Konzepte, gestalten digitale Schulungsmaterialien und stellen geeignete Lernplattformen zur Verfügung.  Wir schulen Ihre Trainer zum Thema E-Learning und Blended Learning.

Rufen Sie uns an: 030-55 28 33 65

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