Viele Optionen, wenig Zeit – warum die Auswahl von E-Learning Autorentools oft schwerfällt
Der Markt an E-Learning Autorentools ist groß. Die Unterschiede sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar und am Ende fällt die Wahl dann doch häufig auf Articulate. Alternativen wie H5P sind deutlich weniger präsent, obwohl sie in bestimmten Situationen die bessere Wahl wären.
Doch wer hat im Alltag auch schon die Zeit, sich tief in verschiedene Autorenwerkzeuge einzuarbeiten, um die passende Lösung zu finden?
Genau hier kommen wir ins Spiel! In diesem Artikel wollen wir es Ihnen so einfach wie möglich machen. Wir zeigen Ihnen Ihre Optionen, vergleichen unsere Top 3 direkt miteinander und unterstützen Sie dabei, ein Autorentool zu wählen, das zu Ihren Zielen, Ressourcen und bestehenden Strukturen passt.
Zunächst: Was sind Autorenwerkzeuge überhaupt – und wofür werden sie eingesetzt?
Autorenwerkzeuge sind Tools, mit denen digitale Lerninhalte erstellt werden. Sie bilden sozusagen die Werkbank für E-Learning-Inhalte: Hier entstehen Texte, Videos, Quizformate oder interaktive Elemente, die später in einer Lernplattform ausgespielt werden.
Ein Autorentool ist allerdings nicht dasselbe wie ein Lernmanagementsystem (LMS). Denn während ein LMS Lerninhalte organisiert, ausspielt und Fortschritte dokumentiert, geht es bei Autorenwerkzeugen um die konkrete Erstellung der Inhalte. In der Praxis greifen beide Systeme ineinander, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Eingesetzt werden sie überall dort, wo Organisationen Wissen strukturiert vermitteln möchten. Typische Anwendungsfälle sind interne Schulungen, Pflicht- und Compliance-Trainings, Onboarding-Prozesse oder die Aufbereitung von Fachwissen für unterschiedliche Zielgruppen. Je nach Tool und didaktischem Anspruch reichen die Möglichkeiten dabei von einfachen Klickstrecken bis hin zu komplexen, interaktiven Lernformaten.
Und genau hier zeigen sich auch die Unterschiede zwischen den einzelnen E-Learning Autorentools: Manche sind auf schnelle, pragmatische Inhalte ausgelegt, andere bieten mehr didaktische Freiheit – erfordern dafür aber auch mehr Zeit, Know-how oder technische Struktur.
Artikel Empfehlung:
Sie wissen bereits, mit welchem Tool Sie starten möchten, und wollen direkt in die Erstellung der Inhalte einsteigen? In unserem Artikel „E-Learning erstellen: 3 Wege zu Lerninhalten” zeigen wir drei typische Vorgehensweisen und ordnen ein, wann welcher Weg sinnvoll ist.
Welche E-Learning Autorentools gibt es am Markt?
Der Markt für E-Learning Autorentools ist vielfältig und auf den ersten Blick oft unübersichtlich. Es gibt nicht das eine Tool, sondern unterschiedliche Ansätze, die sich je nach Zielgruppe, technischer Umgebung und didaktischem Anspruch bewährt haben. Grundsätzlich lassen sie sich in drei Kategorien aufteilen:
1. Kommerzielle, LMS-unabhängige Lösungen
Ein großer Teil des Marktes besteht aus kommerziellen Autorentools, die unabhängig vom LMS eingesetzt werden können. Dazu zählen vor allem Articulate, iSpring und Adobe Captivate. Diese Lösungen bieten meist einen großen Funktionsumfang und lassen sich flexibel in bestehende Lernlandschaften integrieren – erfordern aber auch klare Prozesse und entsprechende Ressourcen.
2. LMS-nahe und integrierte Autorentools
Bei LMS-nahen oder integrierten Tools findet die Content-Erstellung direkt innerhalb der Lernplattform statt. Ein bekanntes Beispiel ist H5P, das häufig im Zusammenspiel mit Moodle genutzt wird. Solche Lösungen sind besonders attraktiv, wenn Inhalte schnell erstellt, direkt ausgespielt und ohne zusätzliche Schnittstellen gepflegt werden sollen. Allerdings sind sie auch stärker an die Möglichkeiten des jeweiligen LMS gebunden.
3. Open-Source- und Speziallösungen
Die dritte Gruppe bilden Open-Source- oder Speziallösungen wie z.B. Adapt Learning oder Gomo. Sie bieten viel Flexibilität und spezielle Stärken, spielen in der Praxis jedoch wegen höherer technischer Anforderungen und geringerer Verbreitung eine kleinere Rolle.

Autorentools Vergleich: Articulate, iSpring und H5P
Trotz der großen Auswahl nutzen viele Organisationen am Ende doch immer wieder die gleichen wenigen Autorenwerkzeuge. Welche das sind, warum das so ist und welches Autorentool wir darüber hinaus empfehlen, schauen wir uns jetzt genauer an.
Ganz oben auf der Liste: Articulate
Articulate ist für die meisten der De-facto-Standard im E-Learning. Das Tool ist seit Jahren am Markt etabliert, gut dokumentiert und wird von zahlreichen Agenturen und externen Dienstleistern eingesetzt. Diese breite Verankerung sorgt für Sicherheit in der Entscheidung und ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Articulate ganz vorne mit dabei ist. Mit Articulate Storyline und Articulate Rise bieten sich zwei interessante Alternativen: eher klassisch an PowerPoint orientiert oder für die mobile Nutzung optimiert.
Typischerweise wird es für umfangreiche E-Learning-Kurse, Pflicht- und Compliance-Schulungen, Blended-Learning-Formate sowie professionelle, visuell ausgearbeitete Lerninhalte eingesetzt.
Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:
Vorteile:
- großer Funktionsumfang für unterschiedliche Lernformate
- hohe didaktische Flexibilität
- viele Vorlagen, Tutorials und Community-Ressourcen
- gut skalierbar für größere Organisationen
Nachteile:
- vergleichsweise hoher Lizenzpreis
- Einarbeitungszeit notwendig
- für sehr einfache Inhalte mitunter „mehr Tool als nötig“
Articulate ist eine sehr gute Wahl, wenn Sie Zeit, Budget und Know-how für die Content-Erstellung mitbringen und langfristig hochwertige Lerninhalte aufbauen möchten. Weniger geeignet ist es, wenn ausschließlich einfache, schnell erstellte Inhalte benötigt werden oder nur sehr begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen.
Auch eine gute Wahl: iSpring
iSpring wird oft als pragmatische Alternative zu Articulate genutzt – insbesondere in Organisationen, die bereits stark mit PowerPoint arbeiten. Das Tool baut auf einer vertrauten Umgebung auf und ermöglicht einen vergleichsweise schnellen Einstieg in die Erstellung von E-Learning-Inhalten.
In der Regel kommt iSpring bei einfacheren Formaten zum Einsatz, wie bei internen Schulungen oder standardisierten Trainings, die schnell umgesetzt werden sollen und keine komplexe didaktische Struktur erfordern.
Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:
Vorteile:
- sehr niedrige Einstiegshürde
- Arbeiten in der vertrauten PowerPoint-Umgebung
- schnelle Erstellung einfacher Lerninhalte
- geringer Schulungs- und Einarbeitungsaufwand
Nachteile:
- begrenzte didaktische und gestalterische Möglichkeiten
- weniger flexibel bei komplexeren Lernformaten
- eingeschränkte Skalierbarkeit bei größeren Projekten
iSpring eignet sich gut, wenn Sie schnell starten möchten, bereits vorhandene Präsentationen nutzen wollen und der Fokus auf einfachen, klar strukturierten Lerninhalten liegt. Weniger geeignet ist das Tool, wenn E-Learning langfristig strategisch ausgebaut werden soll oder komplexe, interaktive Lernformate gefragt sind.
iSpring vs. Articulate – der direkte Vergleich
| Kriterium | Articulate | iSpring |
| Einstieg | moderat | sehr einfach |
| Didaktische Möglichkeiten | hoch | begrenzt |
| Gestaltungsspielraum | hoch | eher gering |
| Skalierbarkeit | gut geeignet | eingeschränkt |
| Typischer Einsatz | strategische E-Learning-Projekte | schnelle, einfache Inhalte |
| Kosten | Ab 1.499$ pro Benutzer & Jahr | Ab 720$ pro Benutzer & Jahr |
Kurz gesagt: Articulate bietet mehr Möglichkeiten, iSpring punktet mit Einfachheit und Tempo.
Hinweis:
Sowohl Articulate als auch iSpring bieten kostenlose Testversionen an. Es lohnt sich, diese Möglichkeit zu nutzen und die Tools im eigenen Arbeitsalltag auszuprobieren, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
H5P: Weniger bekannt – aber eine sinnvolle Alternative im LMS
H5P wird meist im Zusammenspiel mit Moodle genutzt und ist direkt in die Lernplattform integriert. H5P ist wie Moodle oder Ilias auch eine Open Source-Software. Im Vergleich zu Articulate und iSpring steht hier weniger das „klassische Autorentool“ im Vordergrund, sondern die nahtlose Erstellung von Lerninhalten im System.
Typischerweise kommt H5P bei kürzeren, interaktiven Lernformaten zum Einsatz oder ergänzt bestehende Kurse innerhalb eines LMS.
Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:
Vorteile:
- direkte Integration ins LMS
- keine zusätzliche Software notwendig
- offene, modulare Inhalte
- gut geeignet für kurze, interaktive Lernformate
Nachteile:
- begrenzter Gestaltungsspielraum
- weniger geeignet für komplexe Lernpfade
- stark abhängig vom jeweiligen LMS und dessen Konfiguration
H5P wird oft unterschätzt, da es nicht als „klassisches” Autorentool gilt. In Organisationen mit bestehendem Moodle-Setup kann es jedoch eine sehr effiziente Lösung sein. Weniger geeignet ist es, wenn umfangreiche, stark individualisierte E-Learning-Kurse oder komplexe didaktische Szenarien geplant sind.
Artikel Empfehlung:
Wenn Sie H5P im Zusammenspiel mit Moodle nutzen möchten, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Grundlagen von Moodle. In unserem Artikel „Moodle Lernplattform: Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt” geben wir einen verständlichen Überblick über zentrale Begriffe und Funktionen.

Das passende Autorentool auswählen: Unsere Entscheidungshilfe
Bei der Suche nach einer passenden Lösung für Ihr Unternehmen helfen vor allem diese Fragen:
- Didaktischer Anspruch: Sollen komplexe Lernpfade und interaktive Szenarien entstehen – oder eher klar strukturierte Inhalte und kurze Lernimpulse?
- Ressourcen im Team: Wie viel Zeit steht für die Content-Erstellung zur Verfügung? Gibt es E-Learning-Erfahrung oder müssen mehrere Personen schnell arbeitsfähig sein?
- Technische Umgebung: Wird bereits ein LMS genutzt? Soll das Tool unabhängig davon arbeiten oder direkt integriert sein?
- Perspektive: Geht es um einzelne Inhalte oder um den langfristigen Aufbau einer E-Learning-Struktur, die mitwachsen soll?
Ein gutes Autorentool ist nicht das mit den meisten Funktionen, sondern das, das im Alltag zuverlässig funktioniert und zu Ihren Zielen passt.
Tipp:
Beziehen Sie bei der Auswahl eines E-Learning Autorentools frühzeitig die Personen ein, die später tatsächlich mit dem Tool arbeiten. Denn es kann fachlich noch so gut passen – wenn es im Alltag nicht akzeptiert oder genutzt wird, bleibt das Potenzial ungenutzt.
Fazit
Während E-Learning Autorentools wie Articulate oder iSpring in vielen Unternehmen etabliert sind, können auch weniger verbreitete Tools wie H5P im richtigen Kontext eine sinnvolle Wahl sein.
Ein klarer Blick auf didaktische Anforderungen, vorhandene Kompetenzen und bestehende Systeme hilft dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen – statt sich an vermeintlichen Standards zu orientieren.
Sie sind unsicher, welches Autorenwerkzeug zu Ihrer Organisation passt, oder möchten die Erstellung Ihrer E-Learning-Inhalte lieber in professionelle Hände geben?
In beiden Fällen unterstützen wir Sie gerne.
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Ein Autorentool ist eine Software, mit der digitale Lerninhalte erstellt werden. Es bildet sozusagen die Werkbank für E-Learning-Inhalte: Hier entstehen Texte, Videos, Quizformate oder interaktive Elemente, die später in einer Lernplattform ausgespielt werden.
Während ein Lernmanagementsystem (LMS) Lerninhalte organisiert, ausspielt und Fortschritte dokumentiert, geht es bei Autorenwerkzeugen um die konkrete Erstellung der Inhalte.
In der Praxis greifen beide Systeme ineinander, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Zu den E-Learning Autorentools, die in der Praxis besonders häufig genutzt werden, zählen vor allem Articulate, iSpring und Adobe Captivate.
Articulate ist dabei für die meisten der De-facto-Standard im E-Learning. Das Tool ist seit Jahren am Markt etabliert, gut dokumentiert und wird von zahlreichen Agenturen und externen Dienstleistern eingesetzt.
iSpring setzt stark auf die PowerPoint-Umgebung und ermöglicht einen schnellen, einfachen Einstieg in die Erstellung von E-Learning-Inhalten.
Articulate bietet deutlich mehr didaktische und gestalterische Möglichkeiten, erfordert dafür aber auch mehr Einarbeitung.
Sie sind unsicher, welches Tool besser zu Ihren Anforderungen passt? Wir beraten Sie gerne.
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Beim Vergleich von E-Learning Autorentools sind vor allem praxisnahe Kriterien entscheidend. Dazu zählen der didaktische Anspruch (einfach vs. komplex), die Ressourcen im Team (Zeit, Erfahrung), die technische Einbindung in bestehende Systeme sowie die Skalierbarkeit für zukünftige Anforderungen.
Wichtig ist weniger der Funktionsumfang als die Frage, wie gut das Tool im Arbeitsalltag funktioniert.
Sie haben noch eine offene Frage? Dann schicken Sie uns einfach eine E-Mail und wir helfen Ihnen gerne weiter.

