E-Learning erstellen: 3 Wege zu Lerninhalten

Inhalte kaufen, beauftragen oder selbst machen? Ihre Möglichkeiten beim E-Learning erstellen

Für viele Unternehmen gehört E-Learning inzwischen ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Andere betreten hingegen noch Neuland, wenn es um den Einsatz digitaler Schulungsformate geht. 

In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie auch als Anfänger wirksames E-Learning erstellen können – ohne dafür zunächst eine Weiterbildung im Projektmanagement absolvieren zu müssen.

Grundsätzlich gibt es hierfür drei Möglichkeiten:

  • fertige Inhalte einkaufen
  • professionellen E-Learning Content erstellen lassen
  • und: die eigene Erstellung von Schulungsunterlagen

Schauen wir uns diese Wege nun im Detail an.

1. Weg: Fertige Inhalte einkaufen

Das Internet ist mittlerweile voll von „schlüsselfertigen“ E-Learning-Kursen für unternehmensinterne Schulungen. Besonders zu Themen wie Datenschutz, Arbeitssicherheit, IT, Business Skills oder Soft Skills stehen zahlreiche Mitarbeiterschulungen und betriebliche Unterweisungen zur Verfügung. 

Zu den etablierten Plattformen mit einem breiten deutschsprachigen Angebot zählen unter anderem Haufe Akademie, Lecturio, Lawpilots sowie die deutschen Versionen von LinkedIn Learning und Udemy. Wer darüber hinaus englischsprachige Inhalte in Betracht zieht, sollte auch einen Blick auf internationale Anbieter wie Skillshare, Coursera, edX oder FutureLearn werfen.

Was kosten fertige Online-Kurse?

Vorgefertigte E-Learning-Inhalte werden in unterschiedlichen Lizenzmodellen angeboten:

  • Kauf vs. Miete: Beim Kauf können Sie die Kurse zeitlich unbefristet nutzen. Bei der Miete ist der Zugriff meist auf ein Jahr begrenzt.
  • Flatrates vs. begrenzte Nutzung: Auf vielen Plattformen können Sie entscheiden, ob Sie zum Pauschalpreis das gesamte Kursprogramm nutzen möchten oder zu einem geringeren Preis lediglich Teile davon.
  • Mindestbestellmengen und Paketbuchungen: Flatrates oder Lizenzpakete sind häufig erst ab einer bestimmten Teilnehmerzahl verfügbar. Erweiterungen erfolgen in der Regel nur in festen Stufen, etwa in 100er- oder 1.000er-Schritten.
  • Lizenzmodelle nach Anzahl der Mitarbeitenden: Einige Anbieter orientieren die Lizenzkosten an der Gesamtgröße der Belegschaft – unabhängig davon, wie viele Mitarbeitende tatsächlich lernen. Andere rechnen pro Nutzer und Kurs ab, sodass für jede teilnehmende Person ein eigener Zugang erworben wird.

Unabhängig vom gewählten Modell lassen sich bei größeren Nutzerzahlen und längeren Laufzeiten oft deutliche Mengenrabatte verhandeln. Gerade beim Einstieg in E-Learning empfiehlt es sich jedoch, kostenlose Testzugänge zu nutzen und mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen, bevor eine verbindliche Entscheidung getroffen wird.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • schneller Einsatz ohne lange Vorlaufzeiten
  • geringer interner Aufwand für Konzeption und Erstellung
  • gut kalkulierbare Kosten durch feste Lizenzmodelle
  • große Themenauswahl, insbesondere bei Standard- und Pflichtschulungen

Nachteile:

  • begrenzte Anpassungsmöglichkeiten an unternehmensspezifische Inhalte
  • Prozesse, Sprache und Beispiele passen nicht immer zur eigenen Organisation
  • geringerer Bezug zum konkreten Arbeitskontext der Mitarbeitenden
  • zusätzlicher Aufwand nötig, um den Praxistransfer gezielt zu unterstützen

Fertige Inhalte eignen sich daher besonders für standardisierte Themen oder als Einstieg in E-Learning. Sobald unternehmensspezifisches Wissen, individuelle Prozesse oder konkrete Anwendungsfälle im Vordergrund stehen, stoßen sie schnell an ihre Grenzen.

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2. Weg: Professionellen E-Learning Content erstellen lassen

Sobald unternehmensspezifische Inhalte, reale Anwendungsfälle oder ein hoher Anspruch an Passgenauigkeit gefragt sind, lohnt es sich, eine E-Learning-Agentur mit der Erstellung maßgeschneiderter Schulungslösungen zu beauftragen.

Was kostet maßgeschneiderter Content?

Die Kosten für maßgeschneiderten E-Learning-Content variieren stark und hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Thema und Komplexität der Schulung
  • Zielgruppe und Einsatzkontext
  • gewünschter Medieneinsatz (Video, Animation, Audio)
  • vorhandenes Basismaterial

Häufig erfolgt die Abrechnung dabei pro produzierter Minute. Als grober Richtwert nennen die Verbände BDVT und VBT Beträge von rund 1.000 Euro pro Minute Content.

Doch auch bei begrenztem Budget sollten Sie diesen Weg nicht vorschnell ausschließen, sondern lieber ein konkretes Angebot bei einer Agentur einholen. Durch modulare Konzepte, klare Priorisierung und den Verzicht auf aufwendige Spezialfunktionen lassen sich Kosten nämlich oft reduzieren, ohne die Qualität zu gefährden. 

Wie läuft die Zusammenarbeit mit einer E-Learning-Agentur ab?

Damit ein gutes Ergebnis entsteht, ist eine enge Abstimmung entscheidend. Typischerweise verläuft die Zusammenarbeit in folgenden Schritten:

  1. Kontaktaufnahme: Erste Anfrage und Klärung der grundlegenden Anforderungen.
  2. Kick-off-Meeting: Gemeinsamer Start mit relevanten Stakeholdern, um Ziele, Zielgruppen und Rahmenbedingungen zu klären. (Ein Beispiel für einen passenden Fragenkatalog finden Sie hier – kostenlos zum Download.)
  3. Konzeptphase: Entwicklung eines didaktischen Konzepts auf Basis vorhandener Materialien. Ergebnis ist ein Drehbuch, das einen klaren Eindruck vom späteren Kurs vermittelt und Raum für Feedback bietet.
  4. Produktion: Umsetzung des Kurses mit Autorentools wie Articulate Storyline, Rise, Adobe Captivate oder iSpring. Je nach Projekt kommen auch professionelle Schauspieler oder Synchronsprecher zum Einsatz.
  5. Testphase: Umfassende Prüfung auf Funktionalität, Navigation, Darstellung und inhaltliche Fehler.
  6. Bereitstellung: Übergabe des fertigen Kurses, meist als SCORM-Datei, zur Integration in das Lernmanagementsystem.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • hohe Passgenauigkeit für Organisation, Zielgruppe und Inhalte
  • professionelles didaktisches und gestalterisches Niveau
  • höhere Akzeptanz und bessere Lernergebnisse
  • rechtliche und technische Sicherheit

Nachteile:

  • höherer Abstimmungsaufwand
  • initial höhere Kosten als bei fertigen Kursen
  • interne Mitarbeit erforderlich

Maßgeschneiderter E-Learning Content ist dann sinnvoll, wenn Sie relevante, realitätsnahe Inhalte benötigen, die langfristig nutzbar sein sollen – und wenn Qualität und Wirkung wichtiger sind als ein möglichst schneller Start. Geht es hingegen um allgemeine Themen mit wenig Individualisierung und engem Budgetrahmen, kann sich ein anderer Ansatz mehr lohnen.

Hinweis:
Je klarer Ziele, Zielgruppe und Einsatzkontext vorab definiert sind, desto effizienter verläuft die Zusammenarbeit mit einer Agentur – und desto besser lassen sich Kosten und Abstimmungsaufwand steuern.
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3. Weg: Eigene Erstellung von Schulungsunterlagen

Dank der technischen Entwicklung der letzten Jahre können heute auch interne Teams ohne tiefgehende Vorerfahrung eine Online-Schulung selbst erstellen. Autorenwerkzeuge sind benutzerfreundlicher geworden, Design-Standards leichter umsetzbar und viele Tools inzwischen intuitiv bedienbar.

Bevor Sie jedoch mit der eigenen Erstellung von Schulungsunterlagen starten, sollten Sie diese grundlegenden Fragen klären. Sie bilden das Fundament für ein funktionierendes internes E-Learning-Projekt:

  • Ziel: Was soll konkret erreicht werden?
  • Zielgruppe: Richtet sich das Angebot an die gesamte Belegschaft, einzelne Fachabteilungen oder ausgewählte Rollen?
  • Autorenwerkzeug: Mit welchem Autorenwerkzeug sollen die Inhalte erstellt werden (z. B. Articulate, iSpring oder integrierte LMS-Funktionen)?
  • Design-Tools: Welche gestalterischen Anforderungen gibt es – und reichen die Grundfunktionen des Autorentools aus oder werden zusätzliche Design-Tools benötigt?
  • Projektteam: Welche Rollen sind erforderlich? Typisch sind Fachexperten, HR/L&D, IT und ggf. Kommunikation.
  • Budget: Welches Budget steht für Tools, Infrastruktur und den internen Zeitaufwand zur Verfügung?
Artikel Empfehlung: 
Wenn Sie intern E-Learning erstellen möchten, kann KI Sie dabei gezielt unterstützen. In unserem Artikel „Online Schulungen selbst bauen – mit KI Unterstützung” zeigen wir, wie und wo der Einsatz sinnvoll ist.

Was kostet es, eine Online-Schulung selbst zu erstellen?

Beim eigenständigen E-Learning erstellen fallen grundsätzlich drei Kostenarten an – unabhängig davon, ob es um Pflichtschulungen, Fachtrainings oder interne Weiterbildungen geht.

  • Hardwarekosten: Je nach Anspruch sind Kamera, Beleuchtung und Mikrofon erforderlich. Mit Smartphones lassen sich bereits gute Ergebnisse erzielen, während professionelle Ausstattung schnell mehrere tausend Euro kosten kann.
  • Softwarekosten: Dazu zählen Autorenwerkzeuge, Lernmanagementsysteme, Design- und Videotools. Neben kostenpflichtigen Lösungen gibt es auch kostenlose oder günstige Alternativen, die allerdings häufig höhere Einarbeitungszeiten erfordern.
  • Personalkosten: Der größte Kostenfaktor ist meist die interne Arbeitszeit. Als grobe Faustregel gilt: Für eine Stunde Lernzeit sollten etwa zwei Wochen Erstellungsaufwand eingeplant werden.

Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Stockbilder, Musik oder externe Unterstützung bei einzelnen Produktionsschritten.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • hohe inhaltliche Nähe zu internen Prozessen und Arbeitsrealitäten
  • vollständige Kontrolle über Inhalte, Aktualisierungen und Weiterentwicklung
  • langfristig kosteneffizient bei regelmäßigem Schulungsbedarf
  • internes Wissen bleibt im Unternehmen

Nachteile:

  • hoher Zeitaufwand für Konzeption, Umsetzung und Pflege
  • didaktische und gestalterische Qualität hängt stark von internen Kompetenzen ab
  • Gefahr von Überforderung, wenn Rollen und Zuständigkeiten nicht klar definiert sind
  • zusätzlicher Koordinationsaufwand neben dem Tagesgeschäft

Die interne Erstellung eignet sich besonders dann, wenn Sie Inhalte regelmäßig aktualisieren müssen und dafür ausreichend Zeit sowie personelle Ressourcen einplanen können. Weniger geeignet ist dieser Ansatz, wenn kurzfristig Ergebnisse gefragt sind oder intern weder didaktische Erfahrung noch freie Kapazitäten vorhanden sind.

Artikel Empfehlung: 
In unserem Artikel „Online Kurse erstellen: 7 typische Fehler und wie Sie sie vermeiden” zeigen wir, worauf Sie bei der eigenständigen Erstellung von E-Learning achten sollten, um Zeitaufwand zu reduzieren und die Qualität Ihrer Kurse zu sichern.
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E-Learning erstellen: Welcher Weg passt zu Ihrer Organisation?

Der passende Weg ergibt sich immer aus dem Zusammenspiel von Ziel, Kontext und verfügbaren Ressourcen. Statt nach der „besten“ Lösung zu suchen, lohnt sich daher ein realistischer Blick auf die eigenen Rahmenbedingungen.

Hilfreich sind dabei vor allem folgende Leitfragen:

  • Welche Ziele verfolgen Sie mit der Schulung? Wissensvermittlung, Verhaltensänderung oder konkrete Handlungssicherheit im Alltag?
  • Wer soll lernen – und in welcher Situation? Eine breite Zielgruppe stellt andere Anforderungen als eine spezialisierte Fachgruppe.
  • Wie viel Zeit und interne Kapazität stehen zur Verfügung? Eigene Erstellung bindet Ressourcen, externe Entwicklung erfordert Abstimmung, fertige Inhalte sparen Zeit, bieten aber weniger Passgenauigkeit.
  • Wie wichtig sind Individualität und Praxisnähe? Je stärker Inhalte an interne Prozesse, Sprache oder reale Anwendungsfälle angepasst sein müssen, desto weniger eignen sich Standardlösungen.

In der Praxis bewährt sich oft eine Kombination der drei Wege: Standardthemen decken Sie gut mit fertigen Kursen ab, zentrale oder sensible Inhalte lassen Sie am besten professionell entwickeln und internes Wissen bereiten Sie gezielt selbst auf.

Artikel Empfehlung:
Unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Wichtig ist, ob Ihre Inhalte Lernende wirklich erreichen. In unserem Artikel „E-Learning Checkliste: Motiviert Ihr Online-Kurs?” finden Sie daher eine kostenlose Checkliste, mit der Sie prüfen können, wie motivierend Ihr Online-Kurs gestaltet ist.

Fazit

E-Learning erstellen bedeutet vor allem, den für die eigene Organisation passenden Weg zu wählen:

  • Fertige Inhalte eignen sich besonders für standardisierte Themen, bei denen es auf schnelle Verfügbarkeit und geringen internen Aufwand ankommt. 
  • Maßgeschneiderter Content ist dann sinnvoll, wenn unternehmensspezifische Inhalte, reale Anwendungsfälle und eine hohe Passgenauigkeit gefragt sind. 
  • Die eigene Erstellung von Schulungsunterlagen bietet sich vor allem an, wenn internes Wissen regelmäßig vermittelt und langfristig weiterentwickelt werden soll.

Welcher Weg der richtige für Sie ist, hängt von Ihren Lernzielen, der Zielgruppe, den verfügbaren Ressourcen und dem gewünschten Grad an Individualisierung ab.

Weder fertige Inhalte noch die eigene Erstellung passen zu Ihren Anforderungen?
Gerne beraten wir Sie zu professionell erstelltem E-Learning Content für Ihre Organisation und klären offene Fragen gemeinsam.
Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Erstgespräch!

Offene Fragen?

Ich muss als Anfänger ein E-Learning erstellen. Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Als Anfänger haben Sie beim E-Learning erstellen drei grundlegende Möglichkeiten:
Sie können fertige Inhalte einkaufen, professionellen E-Learning Content entwickeln lassen oder eine Online-Schulung selbst erstellen. Welche Option für Sie geeignet ist, hängt vor allem von Thema, Zielgruppe, Zeit, Budget und gewünschtem Individualisierungsgrad ab.

Gerne beraten wir Sie kostenlos, welche Option für Sie infrage kommt!

Wann lohnt es sich, fertige E-Learning-Inhalte einzukaufen?

Fertige E-Learning-Inhalte lohnen sich vor allem bei standardisierten Themen wie Datenschutz, Arbeitssicherheit oder Compliance, wenn Inhalte schnell verfügbar sein sollen und der interne Aufwand gering bleiben muss. 

Weniger geeignet sind sie bei unternehmensspezifischen Prozessen oder wenn eine hohe inhaltliche und gestalterische Passgenauigkeit erforderlich ist.

Wie kann ich eine Online-Schulung selbst erstellen?

Beim eigenständigen E-Learning erstellen, sollten Sie zunächst Lernziele und Zielgruppe klar definieren.
Anschließend wählen Sie ein geeignetes Autorenwerkzeug (z. B. Articulate Storyline, Articulate Rise oder iSpring), strukturieren die Inhalte didaktisch sinnvoll und setzen sie Schritt für Schritt um. 

Wichtig ist, den Aufwand realistisch einzuschätzen und Inhalte zunächst in einem überschaubaren Rahmen zu testen, bevor sie breiter ausgerollt werden.

Wann ist es sinnvoll, professionellen E-Learning Content erstellen zu lassen?

Professionell erstellter E-Learning Content ist sinnvoll, wenn Inhalte unternehmensspezifisch, praxisnah und langfristig nutzbar sein sollen und intern weder Zeit noch didaktische Erfahrung vorhanden sind. 
Besonders bei komplexen Themen, neuen Prozessen oder hoher Sichtbarkeit zahlt sich die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern aus.

Gerne beraten wir Sie, ob eine externe Umsetzung für Ihre Anforderungen sinnvoll ist.

E-Learning erstellen: Welche Kosten kommen auf mich zu?

E-Learning erstellen verursacht je nach gewähltem Weg unterschiedliche Kosten. 

Beim Einkauf fertiger Inhalte fallen Lizenzgebühren an, bei maßgeschneidertem Content Kosten für Konzeption und Produktion – und bei der eigenen Erstellung von Schulungsunterlagen sollten Sie neben Software- und ggf. Hardwarekosten vor allem den internen Zeit- und Personalaufwand realistisch einplanen.

Wenn Sie ein konkretes Angebot für professionell erstellten E-Learning Content wünschen, können Sie uns hier kontaktieren.

Sie haben noch eine offene Frage? Dann schicken Sie uns einfach eine E-Mail und wir helfen Ihnen gerne weiter.

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