So entwickeln Sie ein Blended Learning-Konzept

Die Entwicklung von Blended Learning unterscheidet sich konzeptionell nicht wesentlich von der Planung von Präsenzschulungen. Allerdings kommt hier eine stärkere technische Komponente hinzu, für die Plattformen und Prozesse gewählt werden müssen. Hier die wesentlichen Schritte:

Schritt 1: Ziele und Umfang definieren

Zunächst werden Informationen über die Zielgruppe, den Umfang, die Inhalte und geschäftlichen Ziele für das geplante Schulungsszenario gesammelt. Auch die Rahmenbedingungen, die die Lernenden vorfinden, werden in dieser Phase ausgeforscht und festgehalten. Dann müssen die Lernziele bestimmt werden:

  • Was genau sollen die TeilnehmerInnen nach der Schulung können bzw. tun?
  • Wie viel Zeit ist dafür vorgesehen bzw. erforderlich?
  • Welches Budget steht zur Verfügung?
  • Welche Anpassungen in der Struktur des Unternehmens sind erforderlich, um Online-Lernen zu ermöglichen?

Die Antworten werden in einem Grobkonzept zusammengefasst.

Schritt 2: Lernmodule bestimmen

Auf dieser Basis werden Inhaltsblöcke definiert und in Lernmodule aufgeteilt. Dabei ist jedes Lernmodul in sich mit einem klaren Ziel abgeschlossen. Nun werden jedem Modul Methoden und Lernaktivitäten zugewiesen wie z.B.:

  • Lesen eines Skriptes
  • Bearbeiten eines Fallbeispiels
  • Sammeln von Informationen
  • Lösen eines Quiz
  • Diskussion
  • Bewertung von Lösungen eines Falls

Für jede dieser Methoden wird ermittelt, wie Lernende optimal unterstützt werden können z.B. durch Hilfetext, Tutoren, etc. In dieser Phase wird noch nicht festgelegt, ob das Modul online oder in Präsenz vermittelt wird.

Für alle Module sollte man ermitteln, was zu tun ist, um sicherzustellen, dass der Transfer in die Praxis auch funktioniert. Denn ohne Transfer hat gerade in Unternehmen Lernen keinen messbaren Nutzen.

Schritt 3: Lernmedien bestimmen

Im nächsten Schritt geht es darum, vorhandene Unterlagen und Dokumente zu sichten und zu zusammenzustellen. Das können sein:

  • Videos
  • Powerpoints
  • Checklisten
  • Anleitungen
  • Skripte

Die Liste wird ergänzt durch Materialien, die im Internet oder bei Partnern beschafft werden können. Alle gefundenen Unterlagen werden den Lernmodulen zugeordnet, für die Sie in Frage kommen. Dabei stellt sich meist schnell heraus, für welche Module noch keine oder unzureichende Materialien existieren. So kann dann bestimmt werden, welche Lernmedien noch entwickelt werden müssen.

Schritt 4: Die Lernmethode festlegen

Nun erst entscheidet sich, welche Lernmodule (oder Teile davon) in Präsenz und welche online vermittelt werden. Online lernen kann das Selbststudium mit einem Skript oder einem Video, aber auch die Diskussion in einem Live-Webinar oder in einem Online-Forum heissen. Für E-Learning gut geeignet ist:

  • Fakten, Regeln, Prozesse
  • Fallbeispiele
  • Prozesse oder Vorgänge, die in der Realität nicht beobachtet werden könen

Eingeschränkt eignen sich für E-Learning im Selbststudium:

  • Motorische Fähigkeiten
  • Social Skills
  • Sprachliche Fähigkeiten z.B. Aussprache (außer bei Live-Webinaren)

Sie erarbeiten damit eine Matrix, in der Inhalten, Methoden und Medien abgebildet sind.

Schritt 5: Kursentwicklung

Nun geht es endlich an die Entwicklung des geplanten Blended Learning. Nun werden alle notwendigen Unterlagen und Lernmedien in einen Ablauf gebracht. Dabei sind meist Ergänzungen oder Kürzungen notwendig, damit alles in die Lernmodule passt. Für Trainer und Tutoren wird ein Leitfaden geschrieben, der den genauen Ablauf, die Methoden und Übergänge zeigt. In angepasster Form hilft dieser Leitfaden auch den Teilnehmern den Überblick über den Ablauf und die gewünschten Aktivitäten zu behalten.

Schritt 6: Testlauf und Freigabe

Nach Ausarbeitung des Kurses empfiehlt es sich einen Testlauf mit ausgewählten Teilnehmern zu machen, um Feedback zu erhalten. Hier gewinnt man in der Regel wichtige Erkenntnisse für Anpassungen zugunsten eines reibungslosen Ablaufs. Anschliessend kann der Kurs freigegeben werden. Nach jedem Durchlauf sollte man sich die Zeit für Evaluation nehmen.

Infoport berät Sie gerne beim Aufbau eines Blended Learning-Angebots. Wir entwickeln Konzepte, gestalten digitale Schulungsmaterialien und stellen geeignete Lernplattformen zur Verfügung.  Wir schulen Ihre Trainer zum Thema E-Learning und Blended Learning.

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